Orte und Wohnplätze

 

Das alte Steinhaus in Bunderhee

Im alten Steinhaus von Bunderhee wohnte einst eine hübsche aber hochmütige Jungfer. Sie wurde sehr umschwärmt und umworben, doch war ihr kein einziger Anbeter gut genug. Eines Tages verliebte sich ein Ritter in die spröde Schönheit, und er hielt um ihre Hand an. Natürlich wies sie ihn wie alle anderen ab, und lachte ihn auch noch aus. Zutiefst enttäuscht schloss sich der Ritter dem Kreuzzug ins Heilige Land an, um dort im Kampf den Tod zu finden.

Eine alte Frau mit magischen Kräften konnte all das nicht mehr mit ansehen. Sie beschloß "dat nare Wicht to strafen".  Sie brachte an einem Balken innerhalb des Hauses sieben unlesbare Zeichen an und reichte der Jungfrau einen Liebestrank, der diese in tiefe Liebe zu dem Rittermann fielen ließ. Von nun an saß sie schmachtend und wartend am Fenster des Hauses. Als sie die Nachricht erhielt, der Ritter sei im Kampf gefallen, verging sie fast vor Herzeleid und verstarb bald darauf. Doch der Tod brachte ihr keinen Frieden. Von nun an sah man über lange Jahre eine weiße Gestalt durch das Haus wandern und am Südfenster stehen.
Beendet wurde der Spuk, als eine Familie das Haus bezog. Der Hausherr entdeckte die sieben Zeichen der alten Frau, glaubte darin eine kindliche Zeichnung seines Sohnes zu erkennen und wischte sie fort. Von nun an kehrte der Geist nicht mehr zurück.