Geschichte

Vergangen und vergessen

Untergegangene Orte und Kirchspiele

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie bei Ihren Forschungen auf einen Hinweis auf eine Kirche stoßen, die auf dem Grunde des Meeres zu finden ist. An dieser Stelle folgt eine (noch unvollständige) Liste aller nicht mehr existierender Kirchspiele.

Allein durch die Entstehung des Dollart sind mindestens 30 Dörfer untergegangen. Laut Houtrouw gingen folgende Ortschaften und Klöster im Dollart unter: Beerum, De Borg, Nesse, Fletum, Wilgum, Jansum, Ludgerskerk, Peterswolde, Liede, Torum, Westerreide, Osterreide, Homburg, Tyseer, Beda, Hakkelsum, Uiterpauwinge, Fymar, Stokdorp, Ewitsweer, Duweler, Santerdorp, Saxumerwolde, Harmesolde, Saxum, Okkeweer, Uiterbeerte, Garnie, Wynemeer, Homingeham, Blyham, Harkenborg, Megenham, Medum, Bundergarteny, Exterhuis, Stocksterhuis, Reiderwolde, de Beerte, Palmar, Meerhusen, Merkhusen, Vynelham, Aikeweer, Zwaag, Torpren, Hovingogast, Donnella, Ost- und Westfinserwolde,  Oud Exterhuis, Menterwolde, Astok, Midwolde, Ostwolde.

Bei den Fluten von 1164, 1334, 1362, 1509, 1511 gingen auch eine Reihe von Orten im Jadebusen unter. Bei jeder Flut ging mehr Land verloren. Doch erkämpften sich die Küstenbewohner nach und nach das Land zurück. Mancher Ort, der früher direkt am Wasser lag, liegt heute weit von der Küste entfernt im Inland (Gödens, Steinhausen).

Ahm

Ehemals Kirchspiel in Friesland. Die Kirche "up dem Ame" war zur Zeit Edo Wiemkes d.J. von den Rüstringern befestigt worden. Sie wurde 1511 bei der Antoniflut schwer zerstört. Nach der Flut nahm Ricklef von Roffhausen viel herrenloses Land in seinen Besitz. Er ließ 1517 die Kirchenmauern umwerfen. Das Altargerät kam nach Sande.


Aldessen

Um 1123 genannt: Haroldessen, 1190: Haroldsheim und später Aldessen und Oldensum. Einst Marktort und Münzstätte erlebte Aldessen seine Blütezeit zwischen 1305 und 1312. Zuletzt erwähnt 1428. Ging im Jadebusen unter.


Arngast

Geestrücken im Jadebusen. Hier lag ehemals eine Besitzung des Johanniterordens, die 1334 durch die Clemensflut zerstört wurde. 1511 brach die Verbindung mit der Dangaster Geest. Seither war Arngast mit ca. 6 Quadratkilometern die größte von rund 45 Inseln im Jadebusen, die nach und nach in den Fluten verschwunden sind. Die Kirche stürzte 1611 zusammen. Um 1645 war Arngast nur noch zwei Quadratkilometer groß und wurde als Weideland genutzt. 1661 waren von der Kirche nur noch Reste und ein paar Steinsärge im Watt vorhanden. Seit 1905 ist die Insel verschwunden.


Ayenwolde

im Moormerland. In Urkunden des 15. Jahrhunderts wurde der Ort auch Aldingewalde oder Alingewolde genannt. Hier stand 1461 nachweislich eine Kirche, die 1556 abgebrochen wurde.


Bant

Die Banter Kirche diente Edo Wiemken d.Ä. nach seiner Wahl zum Häuptling bis zur Fertigstellung der Edenburg (Siebetsburg) als Festung. In der Antoniflut von 1511 ging südlich von Bant viel Land verloren. Die Kirche wurde 1529 ausgedeicht. Die Kirchenglocken verkauften die Banter nach Tettens, die Kirchensteine dienten dem Erweiterungsbau der Neuender Kirche. Bei einer Grabung auf der Banter Kirchwurt 1867 wurden mehrere Steinsärge gefunden.


Bense

(Harlingerland). Einst Kirchdorf in der Bucht zwischen Westeraccumersiel und Bensersiel, das 1570 von der Allerheiligenflut vernichtet wurde. Ost- und Westbense blieben erhalten. 1619 wurde Bensersiel als Hafen von Esens angelegt.


Bettewehr

(Krummhörn),  zweimal durch Flut zerstörter Ort. 1590 war Bettewehr bereits das erste Mal ausgedeicht. Ein neues Bettewehr gründete man 1605 nordöstlich davon im Land. Die Weihnachtsflut setzte der neuen Ortschaft 1717 so sehr zu, dass man sie 1720 erneut ausdeichen musste. Die Neujahrsflut vernichtete die letzten Reste des Ortes 1721.


Bordum

Kirchspiel im Bereich des jetzigen Jadebusen, durch die Antoniflut 1511 vernichtet.


Dauens

Im Jadebusen untergegangen. 1454 Sitz des Grafen Gerd der Mutige von Oldenburg. Er kaperte von hier aus 1454 elf große hansische Handelsschiffe und nahm die stark befestigte Kirche von Dauen im Sturm ein. 1491 stand die dem Heiligen Makarios geweihte Kirche noch. Dann musste sie den Fluten weichen. Ihr Taufstein kam in die Heppenser Kirche (Wilhelmshaven).


Ellens

(Friesland) Willehaduskirche, 1190 genannt, wurde durch die Marcellusflut und Antoniflut stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Kirche verbrannte nach der Flut von 1511, ihr Mauerwerk wurde 1590 vom Sturm umgeweht. 


Geerdswehr

1699 untergegangene Ortschaft südlich von Wybelsum. Die ausgedeichte Kirche wurde 1700 abgebrochen, die Steine in die Niederlande verkauft. Der hohe Kirchturm aus Tuffstein hatte bis dahin den Schiffern als Landmarke gedient.


Hamsweer

(Krummhörn), Untergegangene Ortschaft westlich von Pilsum. 1540 waren noch Reste davon im Watt vorhanden. Um 1800 fand man außendeichs beim Graben von Deicherde noch Haus- und Stallfundamente.


Humens

(Jade), Untergegangenes Kirchdorf, das südlich der Geniusbank lag. Die Kirche wurde um 1200 erbaut. Ab 1420 wird der Ort nicht mehr genannt.


Jadeleh

(Jadebusen). Darin wurde angeblich 1142 die Gebeine des Grafen Egilmar II. von Oldenburg beigesetzt. In der Clemensflut 1334 untergegangen.


Mederns

Einst eigenes Kirchspiel. Um 1532 wurde die Kirche durch Sturmflut zerstört und nicht wieder aufgebaut.


Seediek

Um 1420 "die beste Pfarre im Viertel Bant". Die Antoniflut richtete 1511 im Kirchspiel großen Schaden an. Die Kirche musste 1531 aufgegeben werden. Die Seedieker gingen von da ab nach Sande in die Kirche. Der alte Seedieker Friedhof (heute "Altenhof") soll 1717 noch als Begräbnisstätte für 30 Ertrunkene gedient haben.